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> Hamburger Abendblatt Journal Die Diagnose lautet: Humor hilft heilen
Gassi gehen mit dem inneren Schweinehund
Brokkoli sollte für Kinder verboten werden. Aus medizinischen Gründen, ist doch klar. Dem Arzt, der diese Empfehlung ausspricht, ist es mit der Botschaft bitter ernst. Seine Erkenntnis: Das weltweit erfolgreiche Getränk Coca - wir nennen den vollen Namen bewusst nicht - sei in lauwarmem Zustand keine Delikatesse. Und über die Vorteile für die Gesundheit ist auch wenig bekannt. Trotzdem trat die Mixtur einen Siegeszug durch die Kehlen an. Warum? Weil Eltern ihrem Nachwuchs das braune Getränk verbieten und die Kinder vom vierten Lebensjahr an den geheimen Schwur leisten, von dem Augenblick an, in dem sie über ihr Leben bestimmen, nur noch das verbotene Getränk zu konsumieren. Die Konsequenz: Würde man den Kindern Brokkoli verbieten, könnte man sie wahrscheinlich später kaum noch von den Gemüsetellern zurückhalten. Das ist ärztliche Logik nach dem Rezept von Dr. Eckart von Hirschhausen. Der sieht in der Empfehlung ein altbewährtes Prinzip: Habe Gott doch Adam und Eva mit dem Verbot des Apfels zu gesunder Ernährung verführt. Wen es nach einer höheren Dosis an gesunder Lebenshilfe gelüstet, der kann diese und vergleichbare Verordnungen des medizinischen Kabarettisten demnächst in seinem neuen Werk nachlesen: „Die Leber wächst mit Ihren Aufgaben" heißt das Kaleidoskop aus Glossen, Szenen aus seinem Kabarett-Programm und Alltagsgeschichten mit medizinischen Bezügen, die von Hirschhausen als zweiten Coup nach seinem Bestseller „Arzt/Deutsch -Deutsch/Arzt" vorlegte. Gestern stellte er sein neues Werk im Schmidt Theater vor und bot gleich noch ein paar Kostproben seiner kabarettistischen Therapien. Das Vorwort zum Buch schrieb Harald Schmidt nicht! Weil er der Überzeugung ist, dass kein Mensch Vorwörter liest. Das Erstaunliche an der Karriere von Hirschhausens ist, dass der gelernte Kinderneurologe, der an der Charite in Berlin Dienst versah, bevor er seinen diagnostischen Blick in kabarettistische Münze wechselte, trotz seiner Eulenspiegeleien über Diagnostik und Therapie in Medizinerkreisen so wohlgelitten ist, dass Ärzte sein Arzt-Deutsch in der Praxis auslegen und er als Vortragender zu Ärztekongressen eingeladen wird. Wohl auch deshalb, weil er der Ärzteschaft nicht am Zeuge flicken, sondern „die Medizin entmystifizieren" möchte. |
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